Abyss

Joseph P. Skubinski III, Inhaber und Chefentwickler der Kabelfirma JPS Labs, hatte eine ebenso klare wie ambitiöse Idee: Er wollte den besten Kopfhörer der Welt entwickeln.


In den Ohren vieler renommierter Tester hat er mit dem Abyss AB-1266 sein Ziel erreicht. Soweit die Kurzfassung. Die etwas längere Version geht so:



Abyss AB-1266


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Skubinski wollte etwas, das den Klang der Quelle möglichst unverfälscht hörbar macht. Bei Lautsprechern hat der Hörraum einen zu grossen Einfluss auf die Wiedergabe, also musste dieses Etwas ein Kopfhörer sein. Da stellt sich natürlich als erstes die Frage nach dem Wandlerprinzip. Herkömmliche dynamische Treiber verursachen zu viele Fehler und fielen deshalb gleich ausser Rang und Traktanden.

Also entweder ein elektrostatischer oder ein magnetostatischer Flächenstrahler. Erstere polarisieren die Membran mit über 500 Volt Gleichstrom und treiben sie mit mehreren hundert Volt Spannungshub – sind also punkto Versorgungseinheit sehr anspruchsvoll. Zudem wollte Skubinski keine 500 Volt gleich neben seinen Ohren.

Das bewährte megnetostatische Prinzip hingegen kommt ohne Hochspannung aus und hat prinzipbedingt eine sehr kleine Induktivität; der Verstärker sieht bei einem Magnetostaten eine fast rein ohmsche Last, die problemlos zu treiben ist.

Allerdings hat die Beschaffenheit der Folie gerade bei magnetostatischen Kopfhörern einen grossen Einfluss auf den Klang. Also forschte und entwickelte Skubinski so lange, bis er eine so dünne und leichte Folie hatte, die seinen klanglichen Vorstellungen entsprach. (Nur logisch, hat Skubinski dafür ein Patent beantragt!) Doch damit nicht genug. So verfügt der Abyss zum Beispiel nur zum Ohr hin eine Magnetplatte (selbstverständlich mit extrem starken Neodymium-Magneten mit einer speziellen Lochgeometrie); nach aussen kann die Folie frei schwingen. Dies verhindert klangschädigende Reflektionen durch die Magnetstruktur.

Die Treiber werden pro Kopfhörer penibelst genau ausgemessen, gepaart und alsdann zwecks bestmöglicher Arbeitsbedingungen in einem extrem stabilen, aus dem vollen gefrästen Aluminiumgehäuse montiert. Die Ohrpolster aus feinstem Lammleder lassen sich so drehen und wenden, dass eine optimale Passform für jedes Ohr und jeden Kopf gefunden werden kann. Und selbstverständlich stammen alle Kabel von JPS Labs; serienmässig kommt der Abyss mit zwei symmetrischen XLR-Anschlüssen sowie je einem Adapterstück auf ¼"-Klinke respektive auf 4-Pin-XLR.

Zum Lieferumfang gehören zudem eine ebenso schöne wie solide Ledertasche sowie ein stabiler Kopfhörerständer – selbstverständlich ebenfalls aus Alu gefertigt.

Wir kennen keinen Kopfhörer, der auch tiefste Bässe dermassen realistisch wiedergibt – von den verfärbungsfreien, offenen Mitten und Höhen ganz zu schweigen. Kommt dazu ein hervorragender Tragkomfort, den man der schweren, stabilen Metallkonstruktion gar nicht zutrauen würde. Mittels weniger Handgriffe lässt sich der AB-1266 an jede Kopfform anpassen; dieses Set-up-Video zeigt wie.

Stellt sich also nur noch die Frage, ob Skubinski sein Ziel erreicht und der Abyss AB-1266 tatsächlich der beste Kopfhörer der Welt ist. Das zu beurteilen, überlassen wir lieber Testern, die mit Kopfhörern mehr Erfahrung haben als wir. Zum Beispiel Steve Guttenberg. Er schreibt in CNET: «Der AB-1266 ist gross, schwer, haarsträubend teuer, klingt aber besser – viel besser – als alles andere.» Ähnlicher Meinung ist Chris Martens in seinem Bericht für The Absolute Sound: Der Abyss definiere «einen neuen Massstab für Kopfhörer der Spitzenklasse» und bezeichnet den AB-1266 als «überwältigenden Erfolg». Das lassen wir gerne genau so stehen…

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Abyss AB-1266 Lite


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Der Abyss AB-1266 hat sich innert kurzer Zeit auf dem Kopfhörer-Olymp etablieren können («…klingt aber besser – viel besser – als alles andere», siehe oben). Allerdings gibt's so viel Klangqualität verständlicherweise nicht zum Nulltarif. Um das Klangerlebnis finanziell etwas erträglicher zu gestalten, offeriert Abyss den AB-1266 auch in einer «Lite»-Ausführung zu einem deutlich geringeren Preis. Der Kopfhörer selbst ist bei beiden Versionen absolut identisch – die Lite-Variante spart dort, wo es nicht weh tut: So erfolgt die Verbindung zum Verstärker mit einem symmetrischen Kabel und 4-Pin-XLR-Steckern; ein Adapter auf 1/4"-Klinke wird mitgeliefert. Und zugegeben, der Kopfhörerständer aus Aluminium und die Transporttasche aus Leder sind zwar «nice to have» – es geht aber auch ohne; und das erst noch günstiger.

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